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Ratgeber

Wissen zum Nachlesen

Fundiertes Ernährungswissen für die unterschiedlichen Lebensphasen — zum Nachlesen, wann immer Sie es brauchen. Die Beiträge ersetzen keine individuelle Beratung, geben aber verlässliche Orientierung für den Alltag.

Warum ein Ratgeber?

Verlässliches Wissen statt schnellem Trend

Ernährungsfragen tauchen selten planbar auf — mitten in der Schwangerschaft, beim ersten eigenen Haushalt der Kinder oder wenn sich der Appetit im Alter verändert. Dieser Ratgeber sammelt genau die Themen, die in der Beratungspraxis am häufigsten zur Sprache kommen, verständlich aufbereitet und ohne Fachchinesisch.

Themen

Nach Lebensphase filtern

Bunter, ausgewogener Kinderteller mit Gemüse und Vollkornbrot

Ausgewogen essen im Kindesalter

Kinder essen mit den Augen, mit Neugier und im eigenen Tempo. Wie eine ausgewogene Ernährung im Alltag trotzdem gelingt — ohne Kampf am Esstisch.

Kinder haben einen hohen Energie- und Nährstoffbedarf im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht, gleichzeitig ist ihr Magen noch klein. Regelmäßige Mahlzeiten und ein bis zwei gesunde Zwischenmahlzeiten geben Struktur und beugen Heißhunger vor. Ein ausgewogener Teller besteht im Idealfall aus einer Portion Gemüse oder Obst, einer Portion Vollkornprodukten oder Kartoffeln sowie einer kleineren Portion Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Ei oder pflanzlichem Eiweiß.

Besonders wirksam ist das eigene Vorbild: Kinder orientieren sich stark daran, was und wie die Familie isst. Gemeinsame Mahlzeiten ohne Bildschirm, in Ruhe und ohne Druck, fördern ein gesundes Essverhalten mehr als jede Ermahnung. Wer Kinder früh in die Küche einbindet — beim Waschen von Gemüse, beim Rühren im Teig, beim Decken des Tisches — weckt Interesse an Lebensmitteln und macht neue Speisen weniger fremd.

Zuckerhaltige Getränke sollten die Ausnahme bleiben; Wasser und ungesüßter Tee sind die beste Basis für den täglichen Durst. Süßigkeiten müssen dabei nicht verboten werden — ein entspannter, aber bewusster Umgang mit „Extras" verhindert, dass sie zum Streitthema werden. Wichtiger als einzelne Verbote ist das Gesamtbild über die Woche: Ein Stück Kuchen auf dem Kindergeburtstag fällt nicht ins Gewicht, wenn der Alltag überwiegend ausgewogen gestaltet ist.

Bei Auffälligkeiten wie ausgeprägter Wählerei, Verdauungsbeschwerden oder Fragen zum Gewicht lohnt sich ein individuelles Gespräch, um die Situation des einzelnen Kindes genau einzuordnen — pauschale Rezepte greifen hier selten.

Schwangere Frau bereitet eine gesunde Mahlzeit zu

Ernährung in Schwangerschaft & Stillzeit

Der Nährstoffbedarf verändert sich spürbar — für Mutter und Kind. Worauf es in dieser besonderen Lebensphase wirklich ankommt.

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an bestimmten Nährstoffen deutlich stärker als der reine Kalorienbedarf — insbesondere an Folat, Eisen, Jod und Calcium. Eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten legt dafür eine gute Basis. Folsäurehaltige Lebensmittel wie grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sind gerade in der Frühschwangerschaft wichtig für die Entwicklung des Kindes.

Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit gelten in dieser Zeit einige Einschränkungen: rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und Fisch, rohe Eier, unpasteurisierte Milchprodukte sowie bestimmte Weichkäsesorten sollten gemieden werden, da sie ein erhöhtes Risiko für Infektionen bergen können. Alkohol wird vollständig vermieden, Koffein nur in moderaten Mengen konsumiert.

In der Stillzeit bleibt der Nährstoffbedarf erhöht, da über die Muttermilch weiterhin Energie und Nährstoffe an das Kind weitergegeben werden. Ausreichend zu trinken — bevorzugt Wasser und ungesüßte Getränke — unterstützt die Milchbildung. Auch hier gilt: keine radikalen Diäten, sondern eine bedarfsgerechte, entspannte Herangehensweise, die auf das eigene Sättigungsgefühl hört.

Übelkeit, Sodbrennen oder ein veränderter Appetit sind in der Schwangerschaft häufig und lassen sich oft durch kleinere, häufigere Mahlzeiten und den Verzicht auf sehr fettige oder stark gewürzte Speisen lindern. Bei anhaltenden Beschwerden oder speziellen Fragen — etwa zu vegetarischer Ernährung während der Schwangerschaft — hilft ein individuelles Beratungsgespräch weiter.

Bunte vegetarische Schüssel mit frischem Gemüse und Hülsenfrüchten

Vegetarisch & vegan ausgewogen essen

Pflanzlich essen kann rundum ausgewogen sein — mit etwas Wissen über die richtigen Kombinationen und ein paar Nährstoffe im Blick.

Eine gut geplante vegetarische oder vegane Ernährung kann Menschen jeden Alters mit allem versorgen, was der Körper braucht. Wichtig ist die bewusste Kombination unterschiedlicher pflanzlicher Eiweißquellen — etwa Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen —, damit alle essenziellen Aminosäuren im Tagesverlauf zusammenkommen. Diese Kombination muss dabei nicht in derselben Mahlzeit erfolgen, ein ausgewogener Tag reicht aus.

Eisen aus pflanzlichen Quellen wie Hülsenfrüchten, Vollkorn und grünem Blattgemüse wird vom Körper schlechter aufgenommen als aus tierischen Lebensmitteln. Die Aufnahme lässt sich deutlich verbessern, indem man eisenreiche Speisen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln kombiniert, zum Beispiel Linsen mit Paprika oder Vollkornbrot mit einem Glas Orangensaft.

Bei einer rein veganen Ernährung ist Vitamin B12 der wichtigste Punkt: Es kommt praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, weshalb eine Supplementierung notwendig ist. Auch Calcium — sonst häufig über Milchprodukte gedeckt — lässt sich über calciumreiches Mineralwasser, angereicherte Pflanzendrinks, grünes Gemüse und Sesam gut ausgleichen. Für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren eignen sich Leinöl, Walnüsse und, bei veganer Ernährung, Algenöl als pflanzliche Alternative zu Fischöl.

Wer neu auf eine pflanzliche Ernährung umstellt, profitiert davon, sich Schritt für Schritt an neue Lebensmittel und Zubereitungsarten heranzutasten, statt von einem Tag auf den anderen alles zu verändern. Gerade bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei bestehenden Vorerkrankungen ist eine individuelle Begleitung sinnvoll, um die Versorgung sicher im Blick zu behalten.

Älteres Paar genießt gemeinsam eine gesunde Mahlzeit

Vital bleiben im Alter

Appetit, Verdauung und Bedarf verändern sich mit den Jahren. Wie Ernährung im Alter trotzdem Freude macht und den Körper trägt.

Im Alter sinkt der Energiebedarf tendenziell, während der Bedarf an bestimmten Nährstoffen wie Eiweiß, Calcium und Vitamin D gleich bleibt oder sogar steigt. Ausreichend Eiweiß — etwa über Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchte — hilft dabei, Muskelmasse und Kraft im Alltag zu erhalten, was wiederum die Sturzgefahr senken kann.

Das Durstgefühl lässt mit zunehmendem Alter oft nach, obwohl der Flüssigkeitsbedarf unverändert wichtig bleibt. Feste Trinkzeiten über den Tag verteilt — etwa zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser oder Tee — beugen einem unbemerkten Flüssigkeitsmangel vor, der sich unter anderem in Müdigkeit oder Verwirrtheit äußern kann.

Nachlassender Appetit, verändertes Geschmacksempfinden oder Kau- und Schluckbeschwerden können dazu führen, dass insgesamt weniger gegessen wird. Hier helfen kleinere, dafür nährstoffreiche Portionen über den Tag verteilt, angenehme Konsistenzen sowie eine ansprechende, appetitanregende Zubereitung. Gemeinsames Essen in Gesellschaft steigert bei vielen älteren Menschen zusätzlich Appetit und Freude am Essen.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse und Obst unterstützen eine geregelte Verdauung, sollten dabei aber stets zusammen mit ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. Bei ungewolltem Gewichtsverlust, wiederkehrenden Verdauungsproblemen oder speziellen Diätvorgaben lohnt sich eine individuelle Beratung, um den Speiseplan gezielt anzupassen.

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