Kinder haben einen hohen Energie- und Nährstoffbedarf im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht, gleichzeitig ist ihr Magen noch klein. Regelmäßige Mahlzeiten und ein bis zwei gesunde Zwischenmahlzeiten geben Struktur und beugen Heißhunger vor. Ein ausgewogener Teller besteht im Idealfall aus einer Portion Gemüse oder Obst, einer Portion Vollkornprodukten oder Kartoffeln sowie einer kleineren Portion Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Ei oder pflanzlichem Eiweiß.
Besonders wirksam ist das eigene Vorbild: Kinder orientieren sich stark daran, was und wie die Familie isst. Gemeinsame Mahlzeiten ohne Bildschirm, in Ruhe und ohne Druck, fördern ein gesundes Essverhalten mehr als jede Ermahnung. Wer Kinder früh in die Küche einbindet — beim Waschen von Gemüse, beim Rühren im Teig, beim Decken des Tisches — weckt Interesse an Lebensmitteln und macht neue Speisen weniger fremd.
Zuckerhaltige Getränke sollten die Ausnahme bleiben; Wasser und ungesüßter Tee sind die beste Basis für den täglichen Durst. Süßigkeiten müssen dabei nicht verboten werden — ein entspannter, aber bewusster Umgang mit „Extras" verhindert, dass sie zum Streitthema werden. Wichtiger als einzelne Verbote ist das Gesamtbild über die Woche: Ein Stück Kuchen auf dem Kindergeburtstag fällt nicht ins Gewicht, wenn der Alltag überwiegend ausgewogen gestaltet ist.
Bei Auffälligkeiten wie ausgeprägter Wählerei, Verdauungsbeschwerden oder Fragen zum Gewicht lohnt sich ein individuelles Gespräch, um die Situation des einzelnen Kindes genau einzuordnen — pauschale Rezepte greifen hier selten.



